Die „Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien“ – ein Verein mit Sitz im Österreichischen Staatsarchiv – ist seit 1979 mit der Edition der Ministerratsprotokolle der Ersten Republik befasst. Seit 1994 gibt sie zusätzlich die Ministerratsprotokolle der Zweiten Republik heraus.
Die Ministerratsprotokolle – ein im Archiv der Republik verwahrter Bestand von größter Bedeutung für die zeitgeschichtliche Forschung – beleuchten ein breites Spektrum staatspolitischer Probleme, insbesondere auf dem Gebiet der Außen-, Innen- und Wirtschaftspolitik, die von den Regierungsmitgliedern und zugezogenen Fachreferenten in zum Teil sehr offener Form behandelt wurden. Interessensgegensätze oder -übereinstimmungen können an Hand der Protokolle sehr gut verfolgt werden.
Die Ministerratsprotokolle verdeutlichen die Positionen der einzelnen österreichischen Regierungsmitglieder bei politischen Entscheidungsprozessen, die auf anderen Ebenen oft nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar sind. Aus den in Gabelsberger-Stenographie abgefassten stenographischen Protokollen ergeben sich so oft völlig neue historische Perspektiven.
Begleitend zur Editionsarbeit wurde von den Mitarbeitern der „Österreichischen Gesellschaft für historische Quellenstudien“ eine Dokumentation zu Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kunst aufgebaut und laufend erweitert. Die umfangreichen biographischen Materialien sind die Basis für Publikationen zur Elitenforschung.
Dr. Gertrude Enderle-BurcelÖsterreichische Gesellschaft für historische QuellenstudienNottendorfer Gasse 2A-1030 WienTel.: +43-1-79540-107Fax: +43-1-79540-109E-Mail: oegq@aon.atwww.oegq.at