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Moskauer Sonderarchiv

Rückstellung von österreichischem Archivmaterial an das Österreichische Staatsarchiv

Moskau-Sonderarchiv-Akt

Nach dem „Anschluß“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde durch die nationalsozialistischen Verwaltungsorgane umfangreiches Aktenmaterial verschiedenster Provenienz "enteignet". Von dieser Maßnahme waren nicht nur staatliche Stellen, sondern auch unzählige Private betroffen.

Lange Jahre war man der Meinung, dass dieses Schriftgut im Bombenkrieg des Zweiten Weltkrieges verlorengegangen sei, bis man es nach der sogenannten Ostöffnung in Moskau wiederentdeckte.

Ein damals im Auftrag des Wissenschaftsministerium erstelltes Verzeichnis des in einem eigenem Archivbau gelagerten Archivguts half in der Folge, dieses zurückzuverhandeln.

Das Material war aus Berlin vor den Bomben nach Schlesien und schließlich weiter in das damalige Protektorat Böhmen und Mähren ausgelagert worden. Nicht nur ehemals österreichischer Besitz fand hier ein Notquartier, sondern auch Archivalien aus anderen vom Deutschen Reich besetzten Ländern (z.B. Frankreich, Niederlande, Belgien, Norwegen) und schließlich Archivbestände aus Deutschland selbst.

Während mehrere Länder ihren Besitz nach längeren Verhandlungen zurückholen konnten, wurden die Bundesrepublik Deutschland und Österreich weiterhin als ehemalige "Feindstaaten" des Weltkrieges betrachtet.

Im Zuge langjähriger Verhandlung gelang es der Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs, mit Hilfe des Bundeskanzleramtes und des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten (heute Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten) sowie der österreichischen Botschaft in Moskau, zumindest einen Teil restituiert zu erhalten.

Diese Archivalien kamen in der ersten Jahreshälfte 2009 in die Abteilung Archiv der Republik und werden hier einer genauen Ordnung unterzogen, stehen aber schon jetzt der Forschung zur Verfügung.

In neuen Verhandlungen wird sich das Österreichische Staatsarchiv um die Rückgabe des noch in Moskau verbliebenen Archivmaterials an Österreich bemühen.

Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky
Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs

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