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31.10.2006
Archivale des Monats (Jänner 2007)

Mittels Plakaten in elf verschiedenen Sprachen proklamierte Kaiser Franz Joseph I. in allen Teilen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie mit seinem „An meine Völker !“ adressierten Manifest vom 28. Juli 1914 die Aufnahme von Kampfhandlungen gegen das Königreich Serbien. Wörtlich heißt es darin, dass Serbiens unerträglichem Treiben und unaufhörlichen Herausforderungen – gemeint war damit insbesondere das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo – endgültig ein Ende gesetzt werden müsse.

Kaiserliches Manifest "An meine Völker"

Interessanterweise wurde der Text des Manifests schon zur gleichen Zeit wie das bekannte, bewusst harte Ultimatum verfasst, also noch bevor Serbien tatsächlich die uneingeschränkte Annahme der österreichisch-ungarischen Bedingungen zur Vermeidung eines Krieges verweigert hatte, was dann seitens Österreich-Ungarns zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen und zur Kriegserklärung führte. Anscheinend hielt man in Wien den Kriegsausbruch schon im Vorhinein für unausweichlich.

Der Text des Manifestes bezieht sich nur auf den Krieg gegen Serbien. Der einige Tage später eintretende Kriegszustand mit Russland, Frankreich und Großbritannien, also die durch die diversen Bündnisfälle vollendete Auslösung des Weltkrieges, machte keine weiteren Erklärungen notwendig.

Zu sehen ist das von Kaiser Franz Joseph I. genehmigte Schreibmaschinenkonzept (Bad Ischl, 28. Juli 1914).

HHStA Kabinettsarchiv, Kabinettskanzlei Kurrent-Billette, ad B 17c/1914

Dr. Gerhard Gonsa

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