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29.01.2007
Archivale des Monats (März 2007)

Militär-Grundbuchsblatt des Volksschauspielers Hans Moser

Militär-Grundbuchsblätter wurden für jede Militärperson der k. k./k. u. k. Armee ab dem Jahr 1820 angelegt. In der Grundbuchs-Evidenz wurden persönliche Daten, wie Name, Geburtsjahr, Geburtsort, Heimatszuständigkeit, Religion, Stand und Profession eingetragen, dann alle wichtigen Angaben zum Militärdienst (wie z. B. Beginn des aktiven Dienstes, Truppenkörper-Zuteilung, Veränderungen während Militärdienstes, wie z. B. Transferierungen, Beförderungen, Auszeichnungen usw.).

Das Österreichische Staatsarchiv–Abteilung Kriegsarchiv verwahrt das Unterabtheilungs-Grundbuchsblatt des Johann Julier – weitaus besser bekannt unter dem Künstlernamen Hans Moser.

Portrait Hans Moser

Hans Moser, der berühmte österreichische Filmkomiker („Wia nehm man denn“), wurde am 6. August 1880 in Wien geboren und starb im 84. Lebensjahr am 19. Juni 1964 in Wien. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

Auf dem Militär-Grundbuchsblatt ist seine Schullaufbahn mit „Volks-Bürger-Handelsschule“ vermerkt. Bereits 1902, im Jahre der Assentierung und Einteilung in die Ersatzreserve zum Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, wurde als Beruf „Schauspieler“ eingetragen.

Seine Personenbeschreibung im Grundbuchsblatt lautete:
Haare: braun, Augen: dunkelbraun, Augenbrauen: braun, Nase: proportioniert, Mund: klein, Kinn: rund, Angesicht: länglich, Besondere Merkmale: keine, Etwaige Gebrechen: keine. Geimpft: ja, spricht /schreibt Sprachen: deutsch, Körpermaß in Meter: 1,58, Größenclasse der Fußbekleidung: 17.

Hans Moser musste nicht (wie viele andere) drei Jahre aktiv dienen. – Als er, wie gesetzlich vorgeschrieben im 21. Lebensjahr, im Frühling des Jahres 1901 zur Stellung berufen wurde, wurde er als „derzeit untauglich, schwach“ zurückgestellt. Als aktueller Aufenthaltsort war Laibach, Judengasse 3 [Krain] angegeben. Seine Größe: 1,57 Meter.
Zwar wuchs er noch einen Zentimeter bis zum nächsten Stellungstermin ein Jahr später, allerdings wurde er lediglich als „überzählig in die Ersatzreserve“ eingeteilt und machte vom 3. Oktober bis 2. Dezember 1902 die „8wöchentliche militärische Ausbildung“ mit, wobei er 5 Krankentage im Spital verbrachte.
1904 machte er als Ersatzreserve-Infanterist die zweiwöchige Reserve-Waffenübung mit, 1907 und 1909 die 21-tägigen Waffenübungen beim Regiment.

Durch die verhältnismäßig kurze Zeit, die er beim Militär in den Friedensjahren verbringen musste, konnte er sich in seinem Beruf als Schauspieler voll entfalten.
1902 debütierte er unter der Direktion von Josef Jarno am Theater in der Josefstadt und blieb fünf Jahre lang an diesem Theater. 1907 zog er mit Wanderbühnen durch die österreichisch-ungarische Monarchie und hatte in weiterer Folge eine Reihe von Theater-, Kabarett- und Revue-Engagements in Wien.
Allerdings wurde er dann gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges einberufen (präsentiert zur aktiven Dienstleistung infolge Mobilisierung) und erhielt ein Handgeld von 6 Kronen, wie uns die Stempel im Grundbuchsblatt zeigen.
Hans Moser soll, während er an der Front diente, seine Kriegskameraden mit humorvollen Darbietungen vom Kriegsalltag abgelenkt haben. – Derart persönliche Dinge wurden jedoch nicht ins Grundbuchsblatt eingetragen. Bedauerlicherweise wurden keine weiteren Eintragungen getätigt.

1918 spielte er in dem Film „Das Baby“ (früheste bekannte Filmrolle). Die weitere Berufslaufbahn mit seinen großen Erfolgen ist wohl hinlänglich bekannt.

Renate Domnanich

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