Leon Askin – Ehrenzeichenverleihung
„I am a Viennese - Ich bin ein Wiener“ - dieser Satz war für Leon Askin Zeit seines Lebens von größter Bedeutung. Am 18. September 1907 als Leo Aschkenasy geboren, aufgewachsen in der Sechsschimmelgasse im 9. Wiener Gemeindebezirk, zeigte Leon Askin früh künstlerische Ambitionen. Bereits mit 18 Jahren absolvierte er sein erstes Vorsprechen, das ihm ein Empfehlungsschreiben für die Akademie für darstellende Kunst einbrachte. Ein Studium scheiterte letztlich aus finanziellen Gründen, wurde durch Schauspielkurse an der Volkshochschule unter der Leitung von Hans Thimig ersetzt und ab 1927 am neugegründeten Max-Reinhardt-Seminar abgeschlossen. Sein Debüt feierte Leon Askin 1926 in Wien, es folgten Jahre in Deutschland am renommierten Schauspielhaus Louise Dumont in Düsseldorf.
Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Askin am 11. März 1933 vom Theater zwangsbeurlaubt, ging in Folge zuerst nach Paris („Künstlerklub Paris-Vienne“) bis 1935, dann zurück nach Wien (Kleinkunstbühne „ABC“ mit Jura Soyfer und Hans Weigel). Doch sein Vorhaben politisches Kabarett auf die Bühne zu bringen wurde 1938 erneut jäh gestoppt, die anschließende Rückkehr nach Frankreich war nur von kurzer Dauer. Am 12. Februar 1940 gelang Leon Askin mit Hilfe von Berta Zuckerkandl und Erwin Piscator die Emigration nach Amerika. Seine Eltern blieben in Wien und wurden Opfer des NS-Regimes.
Nach schwierigen Anfangsjahren und einem Zwischenspiel als amerikanischer Offizier in London, wurde Leon Askin 1952 von Hollywood-Nachwuchs-Scout Max Arnow für die Filmmetropole entdeckt und drehte bis 1993 über 60 Filme und Fernsehserien. Er arbeitete mit Otto Preminger und Billy Wilder, man sah ihn an der Seite von Richard Burton, Doris Day, Peter Ustinov, Horst Buchholz, Jean Simmons und vielen Anderen mehr.
Seit 1955 reiste Leon Askin immer wieder für kurze Gastspiele nach Österreich, aber erst 1994 kehrte er für immer in seine Geburtsstadt Wien zurück. Er hielt Lesungen und Vorträge, stand weiterhin regelmäßig als Gast auf allen wichtigen Theaterbühnen. Sein Engagement galt auch der Aufarbeitung des Holocaust, als Zeitzeuge von fast einem Jahrhundert Geschichte war er sehr gefragt.
Seitens der Republik Österreich bzw. der Stadt Wien erhielt Askin in seinen letzten Lebensjahren zahlreiche Ehrungen, die er selbst wie folgt bewertete:“At the end of my life, I have achieved belated fame and recognition in the city of my birth. In 1988, I was awarded the Austrian Cross of Honor for Science and Art; in 1994, I was presented with the Silver Cross of Honor and, in 2002, with the Gold Cross of Honor for service to the City of Vienna; in 1996, I was granted the honorary title of Professor; and in 2002, I was honored with the Austrian Cross of Honor, First Class, for Science and Art. This unexpected success and these honors have meant more to me than belated amends; they have prolonged my life, by giving my life new meaning and renewed security.”
Hier vorliegend sehen Sie die Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1988. Die Akten der späteren Titelverleihungen erliegen noch in der Präsidentschaftskanzlei.
Leon Askin starb am 3. Juni 2005 in Wien. Er erhielt ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof, am 8. März 2007 wurde ein Platz im 14. Bezirk nach ihm benannt.
Zitat: ÖStA/AdR; Präsidentschaftskanzlei, GZ 220.505
Susanne Fröhlich
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