„Schweizer Zeuge“ – die Kette ist aus Baumwolle, der Eintrag aus Seide – kamen über Venedig nach Innerösterreich. Die oberste Görzer Wirtschaftsbehörde sendet Muster von „Schweizer Zeugen“ nach Wien und regt an, die Einfuhr dieser Ware entweder gänzlich zu untersagen oder den Zoll darauf deutlich zu erhöhen.
Die einheimischen Kaufleute sind gegen das Verbot, weil die Ware im Inland nicht zu demselben Preis erzeugt werden könnte und die Untertanen solche Waren heimlich im Ausland kaufen würden.
Die Wiener Kommerzbehörde ist anderer Ansicht: weil die Waar sehr undauerhaft ... wäre die Einfuhr zu verbieten. Dadurch würde der Consum der Landes-Maufacturen vermehrt und das Geld ... im Lande bleiben. Das Volk, welches den Vortheil der Dauer vorziehen wird, sich mit der Zeit daran gewöhnen wird.
Deutlicher konnte das Programm merkantilistischer Schutzzollpolitik und absolutistischer Bevormundung – der Untertan soll statt hübscher, bunter Stoffe dauerhafte, einheimische Ware kaufen – kaum noch formuliert werden.
AVA/FHKA: Realien A 49=Komm. r. Nr. 380, fol. 1-4, 1769 Okt 1 Mai, Wien.
Christian Sapper
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