Christoph Gumpp und die erdbebensichere Residenz für Anna de’ Medici
In den Jahren 1670–1671 entstand im Anschluß an eines der stärksten Erdbeben, das Innsbruck jemals erschüttert hatte, neben der Hofburg eine höchst ungewöhnliche Residenz: eine Vierflügelanlage, die aus Holz errichtet war, um erdbebensicher zu sein. Auftraggeberin war Anna de’ Medici, die Witwe Erzherzog Ferdinand Karls. Der Komplex war stabil, aber naturgemäß nicht feuerfest. Als 1728 ein verheerender Brand ausbrach, bedeutete dies das Ende des Baus, der nach seiner Zerstörung rasch in Vergessenheit geriet.Drei neu aufgefundene Stiche, die das (nicht erhaltene) geschoßweise zerlegbare Modell des „Neuen Palastes“ darstellen, geben nun erstmals eine genaue Vorstellung von der stattlichen Vierflügelanlage, ein bislang unbekanntes Werk des Innsbrucker Hofbaumeisters Christoph Gumpp. Raum für Raum kann der Betrachter den Komplex erfassen und seine ausgeklügelte Konstruktionsweise nachvollziehen. Der Vortrag wird freilich nicht nur erstmals Einblicke in den „Neuen Palast“ und seine bautechnischen Eigenheiten geben, sondern auch die Rolle des Architekten, der Auftraggeberin sowie des Modells beleuchten.
Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe „Werkstatt der Forschung“ am 16. Oktober 2007 um 16:00 Uhr im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Minoritenplatz 1, 1010 Wien statt. Der Eintritt ist wie immer frei.
MMag. Dr. Huberta Weigl, Wien
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