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28.11.2007
Krankhafter Ehrgeiz - Oberleutnant Adolf Hofrichter, nur ein "einfacher" Giftmörder

Am 17. November 1909 wurde der Hauptmann im k.u.k. Generalstabskorps Richard Mader tot in seiner Wohnung in der Hainburger Straße in Wien aufgefunden.

Extrablatt vom 29. April 1910

Die medizinische Untersuchung der Leiche ergab eine Vergiftung mit Zyankali. Ebenfalls in der Wohnung aufgefunden wurde eine Schachtel mit Oblaten, ein vermeintliches Werbegeschenk eines gewissen Charles Francis, die als potenz- förderndes Mittel angepriesen wurde. Hauptmann Mader war offenbar in Folge der Einnahme der Kapseln verstorben.

So weit die unbestreitbaren Fakten eines Kriminalfalles der in Geschichte der k. (u.) k. Armee ohne Beispiel dasteht und zu einem der größten Militärskandale des beginnenden 20. Jahrhunderts gezählt werden kann.

Die in alle erdenklichen Richtungen durchgeführten Untersuchungen führten bald auf die Spur des beim k.u.k. Infanterieregiment „Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein Nr. 14“ in Linz garnisonierten Oberleutnants Adolf Hofrichter, der nach einem aufsehenerregenden Militärgerichtsprozess im Mai 1910 verurteilt wurde.

In dem Vortrag wird die Geschichte der Erhebungen des Prozesses wie des Falles ebenso dargestellt, wie auch die eben durch diese Erhebungen hervorgetretenen weiteren seltsamen Umstände, die ein insgesamt negatives Bild von Hofrichter gezeichnet haben und noch heute zeichnen.

Der rätselhafte Tod seiner Verlobten im Jahre 1901, seine „amourösen“ Abenteuer als vermeintlicher „Herr Doktor“ aus Prag , seine Urkundenfälschungen werden hier ebenfalls Erwähnung finden, wie die eigenen Beteuerungen seiner Unschuld oder die Bestechung des Profossen Tuttmann.

Ferner wird mit der auch heute noch immer wieder auftretenden Legende aufgeräumt, Hofrichter sei zum Tode verurteilt und - aus welchen Gründen auch immer - zu lebenslänglicher Kerkerhaft begnadigt worden.

Zu guter letzt wird hier auf eine Stilblüte am Rande hingewiesen, das Ersuchen Hofrichters um Aufnahme in die Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges.

Wenn auch trotz des mit noch so großer Akribie geführten Indizienprozess auch heute noch Adolf Hofrichter in den Augen mancher als unschuldig erscheint, so sprechen doch die Fakten und die Indizien jedoch eine andere Sprache.

Adolf Hofrichter ist im Jahre 1945 in Wien verstorben.

Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe „Aus der Werkstatt der Forschung“ am 11. Dezember um 16.00 Uhr im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Minoritenplatz 1, 1010 Wien statt.
Der Eintritt ist wie immer frei.

Anmeldungen bitte unter
Tel.: 43-01-79540-115 oder
Mail:stabpost@oesta.gv.at

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