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29.02.2008
Tagung „Höchste Gerichtsbarkeit in Kriegszeiten“

Termin: 2. bis 4. April 2008
Tagungsort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Minoritenplatz 1, A-1010 Wien

Kriege zählten und zählen zu den dramatischsten Ereignissen in der Geschichte. Sie setzen Kräfte frei, die geeignet sind, gegenwärtige und künftige Lebenswelten vollkommen neu zu ordnen. Auch die Prozesse vor den Reichsgerichten zeigen dies anschaulich, denn Kriege und ihre Folgen führten zu zahlreichen Konflikten, die die Menschen dann eben oft nicht mit Gewalt, sondern auf friedlichem Wege mit Hilfe der Höchsten Reichsgerichte (Reichskammergericht und Reichshofrat) lösen wollten.
Auf der Tagung des „Netzwerks Reichsgerichtsbarkeit“, das sich an Nachwuchsforscher wendet, soll auf verschiedenen Ebenen analysiert werden, wie sich der Krieg und seine Folgen in Prozessen vor den Höchsten Reichsgerichten niedergeschlagen haben.Der Untersuchungszeitraum soll die Zeit vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des Alten Reiches umfassen. Leitfragen sollen dabei sein: Wie versuchten die Menschen der Frühen Neuzeit, dem Phänomen Krieg mit Hilfe der Justiz zu begegnen? Versuchten sie sich etwa der Justiz zu bedienen, um sich gegen den Krieg und seine Folgen zu wehren oder diese mit Hilfe der Gerichte zu kompensieren?

Auch ein Blick auf die Einrichtungen der beiden höchsten Gerichte lohnt sich: Welche Aussagen über die institutionelle Geschichte der Höchsten Gerichte im Alten Reich lassen sich durch die Auswertung von Prozessen zu kriegerischen Auseinandersetzungen überhaupt gewinnen? Wie wirkte sich der Krieg auch auf die Institutionen und ihre Geschichte aus? Welchen rechtlichen Status hatten sie in Kriegszeiten? Kamen dabei den Höchsten Gerichten vielleicht unterschiedliche Rollen zu? Galten sie als neutral? Änderte sich in Kriegszeiten die Zusammensetzung ihres Personals? Wie stand es mit den Akten und Archiven? Wie organisierte das Gericht seine Tätigkeit in Zeiten der Bedrohung?

Unabhängig von dem aktuellen Tagungsthema versteht sich die Veranstaltung auch als Forum für Nachwuchswissenschaftler, die ihre Magisterarbeit, Dissertation oder ihr Habilitationsvorhaben mit thematischem Schwerpunkt zu der Höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich der Fachöffentlichkeit vorstellen wollen, ihre Forschungspläne diskutieren oder Anregungen empfangen möchten. Dafür ist auf der Netzwerktagung auch eine eigene Sektion vorgesehen, so dass die vorgestellten Projekte thematisch nicht unbedingt mit dem Tagungsthema übereinstimmen müssen. Daher besteht auch keine Pflicht zur Publikation der in dieser Sektion geleisteten Beiträge.

Anmeldung erbeten unter (0049) - (0)6441/99-4161 oder 01-53115-2516

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