Vortrag am Donnerstag, dem 5. Juni 2008, um 17.00 Uhrim Österreichischen Staatsarchiv, Nottendorfer Gasse 2, 1030 Wien
ReferentenBotschafter Dr. Ferdinand Trauttmansdorff, Leiter des VölkerrechtsbürosDr. Joseph Desput, Direktor der Steiermärkischen Landesbibliothek i.R.
Zum Thema
Obwohl es nie eine formelle „Kriegserklärung" des United Kingdom an Österreich gegeben hatte, wurde der Kriegszustand zwischen den beiden Staaten offiziell erst am 16. September 1947 beendet.
Großbritannien hatte Österreichs „Anschluss" an das Deutsche Reich widerspruchslos hingenommen. Es betrachtete Österreich als Bestandteil des Dritten Reiches und mit der Kriegserklärung an Deutschland auch sich selbst als mit Österreich im Kriegszustand befindlich.
Aufgrund der Moskauer Deklaration der Aliierten Mächte „Österreich wird befreit" befand sich Großbritannien daher in einem außenpolitisch-diplomatischen Dilemma, für dessen Lösung man eine geeignete Gelegenheit suchte.
Diese bot sich, als die Wiener Staatsoper in London ein Auslandsgastspiel gab.Als König Georg VI. den Auftakt dieses Gastspiels in Covent Garden, den „Don Giovanni“, besuchen wollte, erwies sich der zwischen Großbritannien und Österreich bestehende Kriegszustand als peinliches Hindernis. Nun war der beste Zeitpunkt gekommen, diese merkwürdige Situation zu beenden.
Exakt um 16.00 Uhr des 16. September 1947 wurde daher vom Foreign Office der (juristische) Kriegszustand mit einer Verbalnote an Außenminister Figl beendet, worauf der König in Begleitung seines Premier- und Außenministers die Vorstellung besuchen konnte.
Anmeldung erbeten unterTel. 01-79540-115 oderstabpost@oesta.gv.at
Eintritt frei
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