Der einzige Kaperbrief der kaiserlichen Marine
Mit einem sogenannten „Kaperbrief“ stellte sich ein privater Schiffseigentümer in den Dienst eines Staates und vergrößerte so dessen bewaffnete Seemacht. Als Belohnung durfte er 10 Prozent der Beute behalten, den Rest musste er abliefern.Der Kaperbrief war wichtig, denn er garantierte Kapitän und Mannschaft, dass sie bei eventueller Gefangennahme als Kriegsgefangene behandelt und nicht als Piraten hingerichtet wurden.
Österreich hat 1760 einen einzigen Kaperbrief ausgestellt und zwar für den Eigner Giovanni Voinovich; dessen Bruder, Kapitän Demitrio Voinovich befehligte die „Maria Himmelfahrt“, ein Schiff der Nave-Klasse mit 230 Tonnen. Ein Schiff dieser Größe hatte üblicherweise 14 Kanonen und 16 Mann Besatzung. Kapitän Voinovich brachte tatsächlich ein englisches Schiff auf und bekam dafür einen Orden. Großbritannien hatte massenhaft Kaperbriefe (für Preußen) ausgestellt, die gerne österreichische Schiffe plünderten.
Der hier von der Admiralität Triest vorgelegte Entwurf für den Kaperbrief wurde in Wien gutgeheißen. Die Urkunde konnte damit ausgefertigt, gesiegelt und den Brüdern Voinovich übergeben werden.
Die beigelegte Zeichnung zeigt ein Schiff der Nave-Klasse aus dem Jahr 1757.
Zitat: FHKA Kommerz , Karton 1058, fol. 179
Christian Sapper
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