Hofrat Dr. Christian Sapper wurde mit 30. September 2008 in den Ruhestand versetzt.
Geboren am 8. August 1945 in Schärding als Sohn des Schriftstellers Theodor Sapper und seiner Gattin Hilde, besuchte er Volksschule und Gymnasium im fünften Wiener Gemeindebezirk. Nach Ableistung des Präsenzdienstes und einer einjährigen Reise durch Europa, Nordamerika und Nordafrika studierte er von 1966 bis 1973 Geschichte und Anglistik in Wien. Er dissertierte über den „General der Kavallerie Maximilian Graf Merveldt 1764-1815“, danach besuchte er von 1974 bis 1977 den Ausbildungskurs des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Seine Staatsprüfungsarbeit hatte die „Familie O’Donell in Österreich“ zum Thema.
Seine Laufbahn als Archivar begann er 1978 im Hofkammerarchiv, das für seine gesamte Archivarslaufbahn seine Heimstatt blieb.
Neben umfangreichen archivischen Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten verfasste Christian Sapper eine Reihe von Artikeln, insbesondere in den Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs. Hervorgehoben seien hier „Die Zahlamtsbücher im Hofkammerarchiv“ (MÖStA Bd. 35, 1982, S. 404-435) und „Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.“ (MÖStA Bd. 47, 1999, S. 1-116), aber auch eine große Zahl von Beiträgen für „Austria Today“ in englischer Sprache.
Die Erfahrungen materieller Not der Nachkriegsjugend, aber auch der industriellen Arbeitswelt während und nach dem Studium sowie seine mannigfaltigen Reisen, die ihn auf alle fünf Kontinente führten, verbinden sich bei ihm zu einer einzigartigen Mischung von geselliger Bodenständigkeit und Weltläufigkeit.
Seit 1998 war Sapper Direktor des Finanz- und Hofkammerarchivs (FHKA), das er mit ruhiger Hand und fachkundig leitete. Er musste aber gegen Ende seiner beruflichen Laufbahn die persönliche Enttäuschung verkraften, dass die Bestände des Hofkammerarchivs fast zur Gänze vom historischen Standort in der Johannesgasse abgesiedelt wurden und das Bauwerk nun einer ungewissen Zukunft entgegen sieht.
2006 ging auch die Selbstständigkeit des FHKA als Abteilung des Österreichischen Staatsarchivs durch die Fusion mit dem Allgemeinen Verwaltungsarchiv verloren.
Christian Sapper galt unter seinen Mitarbeitern als milder und verständnisvoller Vorgesetzter, die Forscher werden seine exzellenten Bestandskenntnisse und die fachliche Kompetenz als Historiker der österreichischen Verwaltungs- und insbesondere der Finanzgeschichte missen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass er neben seinen Hobbies wie Reisen und Tennis genügend Zeit für seine Forschungsvorhaben finden wird.
Herbert Hutterer
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