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24.11.2008
Aus der Werkstatt der Forschung

Macht und Ohnmacht der Staatsapparate in Österreich
Antonio Gramscis Begriffe „kulturelle Hegemonie“ und „historischer Block“ dargestellt am Beispiel eines Bundesministeriums in der Zweiten Republik

Vortrag in der Reihe "Aus der Werkstatt der Forschung"

am Dienstag, den 9. Dezember 2008 um 16:00 Uhr
im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs
Minoritenplatz 1, 1010 Wien

Referent:
Mag. Dr. Berthold Konrath
Österreichisches Staatsarchiv

Der Vortrag analysiert die Natur der österreichischen Staatsapparate (z.B. bürokratischer Aufbau und gesellschaftliche Organisation). Nach Ansicht des Referenten Dr. Konrath manifestieren sich gesellschaftspolitische Kompromisse und formale bzw. materielle Legitimationsgrundlagen in privaten sowie staatlichen Institutionen (Staat = politische Gesellschaft + Zivilgesellschaft). Im „integralen Staat“ (Antonio Gramsci) bilden die zivile Gesellschaft und staatliche Strukturen eine Einheit, in Form von formeller und informeller staatlicher Legitimation in folgenden Institutionen: Bildungseinrichtungen, Verbänden, Kirchen, Kammern sowie Medien.

Das Referat thematisiert die Macht bzw. Ohnmacht bürokratischer Staatsapparate (z.B. Bundesministerien) im Kleinstaat Österreich. Oder anders gefragt: Von welcher „grundlegenden Gruppe“ innerhalb eines Staates geht eine solche gesellschaftspolitische und ökonomische Kraft aus, die andere Strömungen überlagert bzw. determiniert ?

Der Macht- und Hegemoniebegriff, der maßgeblich vom italienischen Theoretiker und Philosophen Antonio Gramsci (1891-1937) entwickelt wurde, bedeutet: geistige, kulturelle und politische Führung durch Konsensbildung. Herrschende Klassen können ihre Interessen durchsetzen, sodass diese von anderen Gruppen als ein allgemeines Interesse angesehen werden. Zur Durchsetzung von vorherrschenden Ideologien oder Meinungen ist ein populäres Programm notwendig, in dem sich auch die Interessenslagen anderer gesellschaftlicher Schichten widerspiegeln.

Eintritt frei

Anmeldung erbeten unter
E-mail: stabpost@oesta.gv.at oder
Tel.:(01) 79540-115 bis 4. Dezember 2008

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