Entstehung der Bergunion Vordernberg
Der hier vorliegende „Bergunions-Vertrag der Herrn Radgewerken Vordernbergs“ aus dem Jahr 1829 ist der Beginn dessen, was wir zwischenzeitlich als Österreichische Alpine Montangesellschaft und heute als VOEST-Alpine Stahl AG kennen.
Die ersten sogenannten „Radgewerke“, die den Bedarf an Roheisen der gesamten Obersteiermark deckten, bestanden bereits seit dem Mittelalter und firmierten ab 1510 immer wieder als „Radmeisterschaft“ oder „Radmeistercommunität“. Bis zum Jahre 1760 bestanden in Vordernberg 14 Radgewerke. Sie bildeten durch Übereinkommen und Verträge eine Gesellschaft, die sich vor allem durch den gemeinsamen Ankauf von notwendig gewordenen Besitzungen bewährte.
1822 erwarb Erzherzog Johann das Vordernberger Radgewerk Nr. 2 und nahm in Folge entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Bergbauwesens in der Steiermark. Um den Bergbau systematisch voranzutreiben, sorgte er für die Errichtung einer montanistischen Lehranstalt in Vordernberg, kaufte das Blechwalzwerk in Krems bei Voitsberg und ging in der Eisen-, Stahl- und Blecherzeugung mit eigenem Beispiel voran. 1829 überzeugte er die übrigen ortsansässigen Radmeister zum Eintritt in eine „Bergunion“, deren Gründungsvertrag heute als eigentliches Gründungsdokument der Alpine Montan gilt.
Offiziell wurde die Alpine Montan AG 1881 ins Leben gerufen und erwarb neben den Besitzrechten an der Innerberger (Eisenerzer) Hauptgewerkschaft zwischen 1881 und 1884 auch die Radgewerke der Vordernberger Radmeisterkommunität, welche sich mit 31. Dezember 1889 auflöste.
Bis heute werden die Radgewerke III und IV, sowie die Lehrfrischhütte vom gemeinnützigen Verein "Freunde des Radwerks IV in Vordernberg" betreut und sind für Lehr- und Schauzwecke zugänglich.
Zitat: ÖStA/AdR, Wirtschaftsarchive, Betriebsarchiv VOEST-Alpine Montan, Bergunions-Vertrag 1829
Susanne Fröhlich
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