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26.05.2009
Österreichisch-sowjetische Beziehungen 1918-1938

Mit dem Thema „Österreichisch-sowjetische Beziehungen 1918-1938“ greift das Projekt ein von mehreren Historikern moniertes eklatantes Forschungsdesiderat in der Geschichte der Ersten Republik auf. Ungeachtet des neuen Quellenzugangs in Russland seit 15 Jahren repräsentiert immer noch eine 1975 in Österreich entstandene, unveröffentlichte Dissertation zu diesem Thema den diesbezüglichen Forschungsstand. In den letzten Jahren beschäftigt sich die Geschichtswissenschaft verstärkt mit Themen, welche die Zeit nach 1945 betreffen, wie etwa dem Kalten Krieg. Dessen Erforschung aber setzt jedoch nicht zuletzt die Berücksichtigung von Vorbedingungen und Entwicklungen voraus, die die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg betreffen.

Österreichisch-sowjetische Beziehungen 1918-1938

Analog zu den intensiven Forschungen zu den österreichisch-sowjetischen Beziehungen für den Zeitraum 1945-1955 der letzten Jahre, die im Umfeld der Feierlichkeiten zu „50 Jahre Österreichischer Staatsvertrag“ und „60 Jahre Zweite Republik“ zahlreiche Arbeiten hervorgebracht haben, wird das Projekt nun eine umfassende, systematische Studie zu den Beziehungen in der Zwischenkriegszeit durchführen. Dabei geht es aber nicht nur um einen Forschungszugang unter dem Motto „österreichisch-sowjetische Beziehungen 1918-1938 revisited“: Das Projektteam stellt sich die notwendige Vertiefung und Erweiterung des Themenfeldes auf Basis umfangreicher Bestände in russischen Archiven, aber auch bislang unausgewerteter Ressourcen in Österreich zur Aufgabe. Erstmals gründlich erforscht werden sollen demnach nicht nur die Beziehungen in den Bereichen Diplomatie und Politik, sondern auch Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Exilfragen. Insbesondere werden die unterschiedlichen Phasen des österreichisch-sowjetischen Verhältnisses im Spannungsfeld von politischen und weltanschaulichen Grund- bzw. Gegensätzen, Realpolitik und Propaganda sowie inneren und internationalen Kräfteverhältnissen und -verschiebungen herausgearbeitet und charakterisiert. Die Studie wird durch eine Zusammenstellung von Kurzbiografien des diplomatischen Personals und die Veröffentlichung von Schlüsseldokumenten ergänzt.
Von dieser umfassenden Gesamtdarstellung kann sowohl die Beantwortung bisher ungeklärter Fragen für die Wissenschaft als auch die Erschließung bisher unberücksichtigter Aspekte des österreichisch-sowjetischen Verhältnisses erwartet werden. Die Forschungsergebnisse werden auch eine wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Österreichs Rolle im internationalen Kräfteverhältnis vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs bilden.

Projektleitung: Verena Moritz (Wien)
Projektmitarbeiter: Julia Köstenberger (Wien). Aleksandr Vatlin (Moskau)
Institutionelle Anbindung: Österreichisches Staatsarchiv
Projektlaufzeit: 1. Juni 2008 bis 31. Mai 2011
Projektträger: FWF P20477
Kontakt: verena.moritz@univie.ac.at

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