1809 - Andreas Hofer fordert Munition und Mannschaft für Tirol
Nach dem verlorenen Feldzug von 1805 wurde Tirol von den habsburgischen Ländern abgetrennt und kam als Kriegsbeute an Bayern. Im Februar 1809 entschloss man sich jedoch in Wien erneut zum Krieg gegen Napoleon und seine Verbündeten.
Am 11. April brach überall im Land Tirol der Aufstand los. Dabei gelang es dem bäuerlichen Aufgebot unter Andreas Hofer (1767-1810) die bayerschen Besatzer empfindlich zu stören und den Vormarsch der aus Italien nach Tirol rückenden französischen Truppen zu verzögern. Die regulären kaiserlichen Truppen spielten eine untergeordnete Rolle.
Im Morgengrauen des 11. April drangen die Bauern aus dem Passeiertal in Sterzing ein und zwangen die dort stationierte bayerische Garnison nach erbitterten Straßenkämpfen zur Kapitulation.
Die Bayern ahnten nicht, dass die Franzosen bereits in unmittelbare Nähe gerückt waren. Andreas Hofer hingegen hatte diese Gefahr durchaus erkannt. Das geht aus seiner am Abend des 12. April an Erzherzog Johann abgesendeten Depesche deutlich hervor.
Der Tiroler Volksaufstand verlief, insbesondere in den nun folgenden drei Bergiselschlachten vom 11./12. April, 29. Mai und 13. August, durchaus erfolgreich. Unabhängig davon wurde der Feldzug jedoch in der Schlacht bei (Deutsch-) Wagram (5./6. Juli) zugunsten Napoleons entschieden. Nach dem Frieden von Schönbrunn (14. Oktober) wagte Andreas Hofer die Fortsetzung des Kampfes, unterlag aber am 1. November 1809 in der vierten Schlacht am Bergisel einer bayerisch-französisch-italienischen Übermacht, wodurch auch in Tirol der Widerstand zusammenbrach.
Transkription (PDF 25 kB)
Signatur: Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Alte Feldakten 1809, 8. Corps (Chasteler Tirol), IV – 87 (Karton 1434)
Christoph Tepperberg
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