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30.06.2009
Das Blut des Staatskörpers

Forschungen und Perspektiven zur Finanzgeschichte der Frühen Neuzeit

Internationale Tagung
23.-25. September 2009

Veranstalter:
Institut für Geschichte der Universität Wien
Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Österreichisches Staatsarchiv

Veranstaltungsort:
Österreichisches Staatsarchiv
Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Minoritenplatz 1
1010 Wien

War der Staat in den letzten Jahrzehnten schon als Auslaufmodell angesehen worden, wurden angesichts der globalen Finanzkrise Rufe nach Eingriffen des Staates und einem Ausbau seiner Verantwortung unüberhörbar. Die Interventionen der politischen Entscheidungsträger sind jedoch keineswegs selbstlos. Denn wie die jüngsten Entwicklungen gezeigt haben, sind Finanz- und Staatskrisen oft kaum zu trennen. Bereits in der Frühen Neuzeit, der Formierungsphase moderner Staatlichkeit, hatten die Finanzen immer wieder direkte Auswirkungen auf die innere Stabilität und äußere Handlungsfähigkeit von Staaten.

Über wenige Sachverhalte der frühneuzeitlichen Geschichte besteht mehr Übereinstimmung zwischen der Einschätzung der Zeitgenossen und der modernen historischen Forschung als hinsichtlich der fundamentalen Bedeutung der Finanzen für die Durchsetzung von Herrschaft. Wurde seit dem 16. Jahrhundert auch in Mitteleuropa Geld als der sprichwörtliche Nerv aller Dinge bezeichnet, dem die entstehende politische Theorie immer größere Aufmerksamkeit widmete, wird in der Geschichtswissenschaft ein direkter Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Staatsfinanzen und dem Wachstum der Staatsgewalt selbst gesehen, der in Begriffe wie „Finanzstaat“ oder „Steuerstaat“ gefasst wurde.

Obwohl in jüngst abgehaltenen internationalen Tagungen zu Themen wie „Hofwirtschaft“ (Gottorf 2006) oder „Fiscal Systems in the European Economy from the 13th to the 18th Centuries“ (Prato 2007) finanzgeschichtliche Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden, ist Finanzgeschichte verglichen mit anderen Bereichen der Geschichtswissenschaft besonders im mitteleuropäischen Raum ein bisher wenig beachtetes und kaum institutionalisiertes Forschungsfeld.

Ziel der Tagung ist es, aktuelle Forschungsinitiativen zusammenzuführen, laufende Projekte zu unterschiedlichen Aspekten der frühneuzeitlichen Finanzgeschichte zu diskutieren, gegenwärtige Trends auszuloten und Perspektiven für zukünftige Forschungen zu entwickeln. Darüber hinaus soll ein Forum zur stärkeren Vernetzung innerhalb der Finanzgeschichtsschreibung geschaffen und somit auch eine Basis für weitere Kooperationen gelegt werden.

Tagungsprogramm (PDF 240 kB)

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.univie.ac.at/finanzgeschichte

Kontaktadresse/Anmeldungen
Andrea Serles
andrea.serles@univie.ac.at
++43 1 4277 27204

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