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28.07.2009
Aus der Werkstatt der Forschung

Nationale Bewegung und internationale Politik im Spannungsfeld zwischen Österreich-Ungarn, Rumänien und Serbien im frühen 20. Jahrhundert

Vortrag in der Reihe "Aus der Werkstatt der Forschung"

am Dienstag, den 29. September 2009
um 16:00 Uhr
im Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Dachfoyer
Minoritenplatz 1
1010 Wien

Referent:
Dr. Gerald Volkmer

In den südöstlichen Gebieten des Habsburgerreiches entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts unter anderem eine rumänische und eine serbische Nationalbewegung. Beide knüpften in ihrem Kampf um politische Selbstbestimmung Verbindungen zur politischen Elite in den benachbarten Königreichen Rumänien und Serbien.

In Gestalt der Siebenbürgischen Frage gewann die rumänische Nationalbewegung in Ungarn zwischen der Berufung des nationalliberalen Kabinetts Sturdza in Bukarest 1901 und dem Eintritt Rumäniens in den Ersten Weltkrieg an der Seite der Entente-Mächte 1916 ein bedeutendes internationales Gewicht.

Parallel dazu führte der Dynastiewechsel in Serbien von den Obrenovićs zu den Karađorđevićs 1903 zu einem Wechsel in der außenpolitischen Orientierung Belgrads. Im Zuge der neuen russlandfreundlichen Politik Serbiens erlangte die Südslawische Frage in der Habsburgermonarchie bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 eine zentrale außenpolitische Bedeutung.

Das im Vortrag präsentierte Projekt untersucht die Einflüsse der rumänischen und der serbischen Nationalbewegung auf die politischen Beziehungen zwischen Österreich-Ungarn einerseits und Rumänien bzw. Serbien andererseits. Bezogen auf die Wahrnehmungs- und Handlungsmuster der Politiker und Diplomaten im Kontext der Siebenbürgischen und der Südslawischen Frage werden diese Einflüsse miteinander verglichen, denn sowohl das Verhältnis Rumäniens als auch jenes Serbiens zu Österreich-Ungarn waren besonders stark von der Nationalen Frage geprägt.

Der zunehmenden Bedeutung nichtstaatlicher, international handelnder Akteure im Rahmen der rumänischen und serbischen Nationalbewegungen auf beiden Seiten der habsburgischen Südostgrenze trägt das Projekt durch die transnationale Einordnung der Problematik Rechnung.

Als Quellengrundlage dienen dem Projekt Aktenbestände aus Wiener, Budapester, Bukarester und Belgrader Archiven.

Eintritt frei

Um Anmeldung wird gebeten unter
stabpost@oesta.gv.at oder
Tel.: 01-79540-115

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