Illyrische Provinzen (Provinces Illyrienes)
Das Dekret über die Gründung der Illyrischen Provinzen, wurde am 14. Oktober 1809 in Schönbrunn von Kaiser Napoleon unterzeichnet. Zentrum der Provinzen war Ljubljana, der letzte Generalgouverneur verließ Ljubljana am 15. August 1813, das Gebiet wurde wieder von Österreich besetzt. Die Illyrischen Provinzen hatten eine längliche schmale geographische Form. Das Längsmaß betrugen 750 km, die Quermasse höchstens 200 km. Auf 55 000 km² lebten 1,5 Millionen Einwohner. Das Gebiet umfasste Osttirol (Lienz), Oberkärnten (Bezirk Villach), Krain, das österreichische und venezianische Istrien, Görz östlich des Isonzo, Triest, Kroatien südlich der Save, das ehemalige venezianische Dalmatien, die Republik Dubrovnik und die Bucht von Kotor.
In dieser Zeit wurden verstärkt Straßen gebaut, damit Waren aus dem Osten vor allem aus der Türkei auf dem Landweg über Italien nach Frankreich transportiert werden konnten.
Die französische Herrschaft führte auf diesem Gebiet die Werte und Prinzipien der bürgerlichen Gesellschaft und der Französischen Revolution ein. Die Franzosen führten das Prinzip der Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz ein, die Steuerpflicht aller nach einheitlichen Prinzipien und modernisierten Justiz, Verwaltung und Schulwesen.
Der Erlaß vom 4. Juli 1810 über die Schulorganisation bestimmte die Landessprache (la langue du pays) zu Unterrichtssprache in Grundschulen und Gymnasien, wodurch auch Slowenisch zur Unterrichtssprache wurde.
Bei den Slowenen hinterließ die Zeit der Illyrischen Provinzen eine positive Erinnerung, war sie doch ein bedeutende Umbruchzeit, deren Bedeutung sehr viel größer ist als ihre kurze Dauer von vier Jahren vermuten ließe, viel größer war aber auch ihre mittelbarer- und unmittelbarer Einfluß.
In Slowenien sind dem 200. Jahrestag der Illyrischen Provinzen zahlreiche Veranstaltungen gewidmet.
Dr. Vincenc Rajšp
Tagungsprogramm (PDF 86 kB)
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