Nicht alle waren vom neuen Verkehrsmittel Eisenbahn begeistert. Weite Kreise der Bevölkerung reagieren mit heftigem Protest gegen die als „teuflisch“ angesehene neue Technik. So wird im Gedenkbuch der Marktgemeinde Bockfließ (Niederösterreich) festgehalten: „Als auf der Kaiser-Ferdinands-Nord-Bahn die ersten Züge verkehrten, kamen viele Bewohner in Scharen, um sie zu besehen. Bei Annäherung des Zuges warfen sie sich auf die Erde und standen erst wieder auf, wenn der Zug vorüber war. Pfiff der Lokomotivführer, so glaubten sie, der Teufel stoße einen Schmerzensschrei aus, weil der Maschinenführer ihn in den Schwanz zwicke, damit er mehr anschiebe und schneller fahre.“ Zum Glück bewahrheiten sich nicht alle Feststellungen von Wissenschaftern.
Mit der Errichtung der ersten Teilstrecke der Kaiser Ferdinands-Nordbahn schlug die eigentliche Geburtsstunde des Eisenbahnwesens in Österreich. Nach ersten Probefahrten auf der Strecke von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram erfolgte am 7. Juli 1839 die Eröffnung der Strecke Wien-Brünn. Die 170-igste Wiederkehr der Eröffnung ist ein willkommener Anlass, um die wechselvolle Geschichte dieser wichtigen Eisenbahnstrecke in einer großen Bandbreite zu beleuchten. Über 30 Autoren bieten in 30 Beiträgen einen umfassenden Überblick über Unternehmens- und rechtsgeschichtliche Aspekte, den Bau und Betrieb der Strecken, Krisen und Krieg sowie ihre Architektur und Kultur. Neben Biografien wichtiger Persönlichkeiten rundet ein umfassender Bildteil diese Festschrift ab.
Dieser Band, eine Fortsetzung in einer Publikationsreihe, die mit der Festschrift zum „150 Jahrjubiläum der Semmeringbahn“ im Jahre 2004 begann, entstand wiederum in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und dem Österreichischen Staatsarchiv.
Buchbestellungen unter: stabpost@oesta.gv.at
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