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27.10.2009
Buchpräsentation

Die Akten des Kaiserlichen Reichshofrats (RHR)

Serie I: Alte Prager Akten, Band A-D
Herausgeber: Prof. Dr. Wolfgan Sellert
Bearbeitet von Dr. Eva Ortlieb

Serie II: Anitqua Band 1: Karton 1-43
Herausgeber. Prof. Dr. Wolfgang Sellert
Bearbeitet von Dr. Ursula Machoczek

am Mittwoch, den 2. Dezember 2009
um 17:00 Uhr
im Österreichischen Staatsarchiv
Nottendorfer Gasse 2
1030 Wien

Begrüßung
Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky
Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs

Der Kaiserliche Reichshofrat als Forschungsprojekt
Prof. Dr. Wolfgang Sellert
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Der Kaiserliche Reichshofrat -
ein wissenschaftlichen Großprojekt aus verlegerischer Sicht
Dr. Carina Lehnen
Erich Schmidt Verlag

Die Bedeutung des Reichshofrats in Geschichte und Forschung
Hon.-Prof. Dr. Leopold Auer
Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs i.R.

Anmeldung bis spätesten 30.11.2009 erbeten unter
e-mail: stabpost@oesta.gv.at oder
Tel.: +43 (0)1/79540-115

Projekt Reichshofrat

Der Reichshofrat arbeitete einerseits als Höchstgericht des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation in der Frühen Neuzeit, außerdem für Appellationen gegen Urteile territorialer Gerichte Dabei konkurierte er grundsätzlich mit dem zweiten Höchstgericht des Reichs, dem Reichskammergericht, wurde in einer Reihe von Agenden jedoch exklusiv tätig, so etwa im Zusammenhang mit den Reichslehen in Oberitalien sowie in Angelegenheiten, die die kaiserlichen Reservatrechte betrafen. Andererseits bearbeitete der Reichshofrat als kaiserliche Behörde Lehens- und Gnaden-, insbesondere Privilegienangelegenheiten und stand dem Kaiser als Ratsgremium zur Verfügung. Sein geographischer Einzugsbereich erstreckte sich über weite Teile Europas: von Norddeutschland bis nach Italien, von den Niederlanden bis nach Böhmen, von Frankreich, den Benelux-Staaten und der Schweiz bis nach Polen.

Das Archiv des Reichshofrats blieb nach dem Ende des Alten Reichs im Wesentlichen als Ganzes erhalten und gelangte 1849 in das Geheime Hausarchiv bzw. Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHStA). Mit dem zunehmenden Interesse der rechtshistorischen und historischen Forschung am Alten Reich und seinen Institutionen gerieten auch der Reichshofrat und sein Archiv in den Blickpunkt der Wissenschaft.

Allerdings hat sich die Forschung stark auf das Reichskammergericht konzentriert, dessen Akten mittlerweile in einem weitgehend abgeschlossenen Großprojekt erschlossen werden. Für den Reichshofrat besteht demgegenüber erheblicher Nachholbedarf, der sowohl seine Erforschung als auch die Erschließung seines Archivs betrifft.

Im Jahr 1999 hat das HHStA damit begonnen, die vorhandenen Archivbehelfe in Datenbanken zu übertragen und damit den Zugriff auf das Reichshofratsarchiv deutlich zu verbessern. So liegt beispielsweise das sog. Wolfsche Repertorium – der Hauptbehelf zu den Prozeßakten des Reichshofrats, der mehr als 40.000 Verfahren nachweist – inzwischen in elektronischer Form vor. Da auf diese Weise die Informationen zu den Akten zwar leicht abfragbar sind, aber nicht wesentlich vermehrt werden, können die Datenbanken die Erschließung des reichshofrätlichen Archivs aber nur teilweise verbessern.

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen führt deswegen seit Juni 2007 ein Langzeitprojekt zur Neuverzeichnung der Prozeßakten des Reichshofrats im HHStA durch. Dabei werden die Akten Karton für Karton von akademisch ausgebildeten Fachkräften durchgesehen, geordnet und in Datenbanken erfaßt.

Zur Verzeichnung vorgesehen wurden die Serien „Alte Prager Akten“ (ca. 5.000 Verfahren, zeitlicher Schwerpunkt: 1560-1620), „Antiqua“ (ca. 10.000 Verfahren, zeitlicher Schwerpunkt: 17. Jahrhundert) und „Denegata antiqua“ (ca. 7.000 Verfahren, zeitlicher Schwerpunkt: 16.-17. Jahrhundert). Bis zum Auslaufen des Projekts im Jahr 2024 werden damit nach wissenschaftlichen Kriterien erarbeitete, ausführliche Findmittel zu rund einem Drittel der Prozeßakten des Reichshofrats vorliegen.

Angaben zu den Akten des Reichshofrats werden sukzessive im Archivinformationssystem des ÖStA zur Verfügung gestellt.

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