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30.11.2009
Aus der Werkstatt der Forschung

Die Historia Friderici et Maximiliani
Albrecht Altdorfer und die bildliche Inszenierung der Dynastie Habsburg

Vortrag in der Reihe "Aus der Werkstatt der Forschung"

am Dienstag, den 12. Jänner 2010
um 16:00 Uhr
im Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Dachfoyer
Minoritenplatz 1
1010 Wien

Referent:
Dr. Mathias F. Müller

Anmeldung bitte an
stabpost@oesta.gv.at oder
Tel.: 01-79540-115

Die Historia im Österreichischen Staatsarchiv ist eine habsburgische Familienchronik, die in 46 Einzelbildern das politische Wirken und das Hofleben von Kaiser Friedrich III. und Kaiser Maximilian I. zeigt. Parallel zum lateinischen Text vom Humanisten Joseph Grünbeck musste der Regensburger Künstler Albrecht Altdorfer Zeichnungen anfertigen, die die Lebensgeschichte der beiden Protagonisten illustrieren.

Die Historia ist um 1515 entstanden und demnach nicht nur ein bedeutendes historisches Dokument aus der Regierungszeit Maximilians, sondern auch ein wichtiger Werkbestandteil aus dem Oeuvre von Altdorfer. Anlaß für die Herstellung war die Großjährigkeitserklärung von Erzherzog Karl, den späteren Kaiser Karl V.

Maximilian beabsichtigte, seinem Enkel Karl anläßlich dieses Staatsaktes eine ruhmredige Familienchronik zu überreichen. Interessant dabei ist, dass die Handschrift nicht schon der abgeschlossene Kodex in Prunkausführung ist, sondern lediglich eine redaktionelle Vorstufe, womit der moderne Betrachter aber in die Lage versetzt wird, den Herstellungsprozess mit zu verfolgen und die formale Ausführung der Lebensgeschichte zu analysieren. In summarischen oder illustrativen Einzelbildern von hoher künstlerischer Qualität werden wichtige Stationen aus dem Leben von Friedrich und Maximilian wiedergegeben und dabei auf allegorische Hinweise etwa nach italienischem Vorbild verzichtet.

Querverweise inhaltlicher sowie redaktioneller Art ergeben sich aus dem direkten Vergleich des heute berühmteren „Weißkunig“ mit der leider zu unrecht viel zu wenig beachteten „Historia“ im Staatsarchiv. Beide Werke gleichermaßen bilden im Schrifttum und in der bildlichen Ausführung wesentliche Zeugnisse aus der deutschen Renaissance.

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