Sie sind hier:  > Aktuelles  >  Meldungen  > Archivalien des Monats
Zum Inhalt [Alt]+[1].    Zur Subnavigation [Alt]+[2].    Zum Hauptmenü [Alt]+[3].    Zur Servicenavigation [Alt]+[4] (Suche, Inhaltsverzeichnis, Kontakt, Offenlegung).

Home | English
Zur Startseite des Österreichischen Staatsarchivs.

Hauptmenü

Zur Bereichsnavigation.
  • Standort: Aktuelles.
  • Aufgaben & Organisation.
  • Bestände.
  • Benutzung.
  • Publikationen.
  • Service.
  • Familienforschung.
  • Themen.

Subnavigation

Zum Inhalt.
1: Meldungen.

Standort: 1.1: Archivalien des Monats.

1.2: Veranstaltungen.

1.3: Neuerscheinungen.

1.4: Projekte.

1.5: Galerie.

1.6: Chronik.

2: Stellenangebote.

Inhalt
Zur Metanavigation.

09.01.2010
Archivale des Monats (Jänner 2010)

Der verliebte „Uhrmacher“ und die Silbermünzen

Die vorliegende, alleruntertänigste Note vom 14. 2. 1785 schildert folgendes Ereignis vom 3. Februar dieses Jahres:

ADM Jänner2010

Nach 6:00 Uhr abends hatte Graf Johann von Forgacs das Haus des Vizebürgermeisters von Maurer betreten und randalierte offensichtlich. Der Vizebürgermeister sah sich veranlasst, mit Einverständnis eines Arztes den Grafen von Forgacs unter Bewachung ins Tollhaus verbringen zu lassen.

Unter den Gegenständen, welche der tobende Graf zurückgelassen hatte, befand sich unter anderem eine versilberte Messingmünze, welche hier zu sehen ist.

Graf von Forgacs besaß laut dem Akt mehrere dieser Münzen, was ihn für die Polizei interessant machte. Man fand heraus, dass er beim Uhrmacher Michael Bergauer eine Uhr bestellte und eine Mietwohnung in dessen Haus bezog.

Einen Tag später kam der Graf mit einer Münze zum Uhrmacher und ersuchte, ihm einen Abguss anzufertigen. Da der Uhrmacher die Arbeit zur Zufriedenheit des Kunden ausgeführt hatte, ersuchte Forgacs den Uhrmacher nun, noch 24 weitere Stück für Freunde in Ungarn anzufertigen. Bergauer nahm den Auftrag an und fertigte die Münzen, das Stück zu 30 Kreuzer.

Die Vorlage für die angefertigten Silbermünzen hatte Forgacs vom Goldarbeiter Hauptmann erworben. Dieser war durch Zufall an die Münze gelangt und stellte sie in seiner Auslage aus, da sie selten war. Ein Interessent besah sich die, deponierte 6 Dukaten beim Goldhändler und nahm die Münze für eine dritte Person mit. Jedoch brachte der Interessent wenige Tage später die Münze zurück, da der Preis zu hoch war.

ADM Jänner 2010-Münze

Man kann daher den Schluss ziehen, dass Forgacs in diesen Tagen die Münze durch den Uhrmacher Bergauer abgießen hat lassen und sie dann dem Hauptmann zurückgebracht hatte.
Aus den Aussagen der Bergauers erfuhr die Polizei letztlich, dass Forgacs offensichtlich in die Tochter des Hauses verliebt gewesen war und nach deren Zurückweisung den Verstand verloren hätte.
Überdies konnte die Polizei noch mitteilen, dass der Graf einige Jahre in Neustadt gelebt hatte, bevor er nach Pressburg gezogen war. In der ungarischen Krönungsstadt war er weithin als der „Uhrmacher“ bekannt, worin auch seine hauptsächliche Tätigkeit bestanden hatte.

Zitat: AVA, Pergen-Akten, XXII/20, 14.2.1895

Roman-Hans Gröger

Zurück zur Übersicht

Zum Seitenanfang

Metanavigation

Suche |  Inhaltsverzeichnis |  Kontakt |  Impressum |  Drucken
Österreichisches Staatsarchiv, Nottendorfer Gasse 2, A-1030 Wien, Tel.: +43-1-79540-0, E-Mail: webmaster@oesta.gv.at
© 2006-2012 Österreichisches Staatsarchiv