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Das digitale Langzeitarchiv

Am 15. Jänner 2010 fand im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs eine Pressekonferenz statt, in der das Umsetzungsprojekt „Digitale Langzeitarchivierung im Bund“ präsentiert wurde. Das „digitale Gedächtnis“ der Republik Österreich wird in einer Kooperation zwischen dem Bundeskanzleramt, dem Österreichischen Staatsarchiv sowie von Siemens IT Solutions and Services errichtet. Bei der Pressekonferenz präsentierten die drei Vertreter, SC Dr. Manfred Matzka vom Bundeskanzleramt, Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky als Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs sowie Vorstandsvorsitzende Mag. Brigitte Ederer von Siemens Österreich das ambitionierte Projekt.

Digitale-Langzeitarchivierung

Siemens IT Solutions and Services ist beauftragt, innerhalb von 12 Monaten eine Software-Lösung zu liefern, welche die Voraussetzung schafft, elektronische Daten - vor allem Akten, ewig aufzubewahren. Darüber hinaus sind auch die Betriebserrichtung inklusive der Bereitstellung der betriebsbereiten Hardware und der technischen Infrastruktur, Erneuerung derselben nach 60 Monaten sowie die Errichtung eines Webshops Teil des Auftrages. Die so entstehende Lösung wird 8 Jahre von Siemens betreut werden. Das System wird auf Grund der hohen Sicherheitsanforderungen an 2 Standorten errichtet. Der Hauptstandort ist das neue Siemens Rechenzentrum in Wien und das Backup-Rechenzentrum im Hochsicherheits-Rechenzentrum des Bundes in St. Johann im Pongau/Salzburg.

Die allgemeine Benutzung von digitalem Archivgut im digitalen Langzeitarchiv erfolgt über ein Web-Interface, somit kann rund um die Uhr auf die Daten zugegriffen werden. Der Benutzer erhält auf Anfrage eine signierte Kopie des Originals im digitalen Langzeitarchiv. Für die Entrichtung von Entgelten im Sinne der Benutzungsordnung soll ein webbasiertes Verrechnungssystem (Billingsystem) zur Verfügung stehen. Für einen Aktenproduzenten gelten in Hinblick auf die Einsichtnahme in sein Schriftgut keine Schutzfristen.

Innerhalb des Österreichischen Staatsarchivs arbeitet eine Projektgruppe an der Umsetzung des digitalen Langzeitarchivs. Anfangs 2010 werden archivtechnische Standards und Prozessabläufe definiert, damit im Echtbetrieb elektronische Akten übernommen werden können bzw. in der Folge eine Entlehnung auch möglich ist. Ab der Mitte des Jahres erfolgt die Implementierung des Systems und am Ende des Jahres ist ein Probebetrieb vorgesehen. Der Echtbetrieb des digitalen Langzeitarchivs im Österreichischen Staatsarchiv ist mit Dezember 2010 vorgesehen.

Berthold Konrath

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