Protestnote Mexikos gegen den Anschluss 1938
Mexiko protestierte im März 1938 als einziges Land offiziell gegen den militärisch durchgeführten "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich, und zwar in Form einer Note an den Völkerbund. Isidro Fabela (1882-1964), Völkerrechtsexperte und damaliger Vertreter Mexikos beim Völkerbund, kabelte seinen Entwurf am 17. März nach Mexiko City und Außenminister Eduardo Hay gab den Wortlaut in einem mit 18. März datierten Telegramm nach Genf frei. Die zweiseitige Protestnote wurde in einer französischen Fassung am 19. März von Isidro Fabela unterschrieben und dem damaligen Generalsekretär des Völkerbundes, Joseph Avenol, überreicht.
In dem Schreiben heißt es unter anderem wörtlich: "Die Tatsache, dass die Behörden in Wien die Macht den gewaltsamen Besetzern übergeben haben, kann dem Angreifer nicht als Entschuldigung dienen, und der Völkerbund darf diese vollendete Tatsache nicht ohne die energischen Proteste und die in den Artikeln des Völkerbund-Paktes vorgesehenen Gegenmaßnahmen hinnehmen." In Folge wird darauf hingewiesen, dass ein erzwungener Willensakt kein Willensakt ist („voluntas coacta voluntas non est“).
Der „Mexikoplatz“ in Wien-Leopoldstadt erinnert seit 1956 daran und seit 2005 trägt eine Promenade im Bereich der Donau-City in Wien-Donaustadt den Namen des Verfassers der Note.
Das Original der Protestnote gelangte im Jahr 2005 als Leihgabe für eine Ausstellung erstmals nach Österreich. Anlässlich dessen wurde Bundespräsident Fischer von mexikanischer Seite jenes Faksimile überreicht, welches sich nun im Österreichischen Staatsarchiv befindet.
Zitat: AdR, BKA/AA, Staatsurkunden, Mexiko 19.3.1938
Dieter Lautner
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