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Vortrag

Sechste Simon Wiesenthal Lecture

Dirk Moses (Universität Sydney)
Völkermord und die Aufarbeitung von Vergangenheiten aus globaler Sicht

am Dienstag, den 28. September 2010
um 18:30 Uhr
im Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Dachfoyer
Minoritenplatz 1
1010 Wien

Begrenzte Teilnehmerzahl - Anmeldung erforderlich
unter stabpost@oesta.gv.at oder
(01) 79540-115 bis 24.9.2010

In den 1990er-Jahren hat sich mit den „Holocaust- und Genozid-Studien“ vor allem in der angelsächsischen Welt ein neuer Wissenschaftszweig etabliert – und damit auch eine neue Kultur des Erinnerns und des Umgangs mit der kollektiven Vergangenheit und der öffentlichen Entschuldigung für historische Verbrechen:
Mehrere Länder haben seither in den unterschiedlichsten Formen Holocaust-Gedenktage und Ähnliches institutionalisiert, mehrere Regierungen haben sich in verschiedensten Arten für historisches Unrecht entschuldigt.

Aber was heißt nun Völkermord – Genozid – genau, und was hat er begrifflich mit dem Holocaust, der Ermordung der europäischen Juden, zu tun? Wie sind die beiden miteinander verwandt? Und welche gesellschaftliche Rolle, welche soziale Funktion kommt solchen offiziellen bzw. quasi-offiziellen Erinnerungen zu?

Der deutschsprachige Vortrag wird zu klären versuchen, ob die „Lehre“, die aus der Geschichte des Holocaust bzw. anderer Genozide allgemein gezogen wird – nämlich, dass „Toleranz“ geboten sei –, tatsächlich die adäquate Antwort auf diese Herausforderung sein kann.

Dirk Moses, 1967 in Australien geboren, studierte Geschichte in Brisbane, St. Andrews, Freiburg und Berkeley, lehrt seit 2000 an der Universtität Sydney und ist ab 2011 als "Professor for global and colonial history" am Euroäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig.
Zu seine Veröffentlichungen gehören "German Intellectuals and the Nazi Past" (Cambridge 2007), mehrere Sammelbände zur Frage des Verhältnisses zwischen Genozid und Kolonialismus sowie zuletzt das "Oxford Handbook of Genocide Studies" (2010).

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