Steingut für einen ehemaligen k.u.k. Marineoffizier – Die Sitte der Offiziersgeschenke
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war es üblich unter Offizieren Geschenke zu bestimmten Anlässen, wie Beförderung oder Verabschiedung etc. auszutauschen. Solche Geschenke wurden meist als kleinere oder größere Silberwaren verschenkt, hierbei handelte es sich um Becher oder Tabletts, also durchaus Geschenke für den Gebrauch. Aus diversen Offizierskasinos ist zudem der Brauch übermittelt, dass anlässlich des Scheidens vom Regiment der ausgeschiedene Offizier wiederum quasi als Erinnerung an sein Wirken im Regiment diesem ein „Gegengeschenk“ gemacht hat, welches dem „Kasino-Schatz“ einverleibt wurde und auf „ewige Zeiten“ dort seinen Verbleib finden sollte.
(„Rück“-) Geschenke von Marineoffizieren sind etwas Besonders, da sich das (gesellschaftliche) Leben dieser Offiziere meist in (Bord-)Messen abspielte.
Ein solches Abschiedsgeschenk an einen Marineoffizier ist die Schale aus sog. „Delfter Fayence“.
Dass es sich hierbei nicht um Silberware sondern „lediglich“ um Fayence handelt, darf einerseits dem Umstand zugeschrieben werden, dass dieses Geschenk erst im Jahre 1943 anlässlich des Abschieds aus der Befehlsbereich des Marinebefehlshabers in den Niederlanden erfolgte und andererseits man wohl von Seiten der Kameraden ein landestypisches Geschenk machen wollte.
Der Beschenkte war Korvettenkapitän Walter NAGELE, (geb. 9. März 1886 zu Klagenfurt) der bereits in der Doppelmonarchie zuletzt im Range eines Marinekommissärs 1. Klasse bei der k.u.k. Kriegsmarine gedient hatte und zur militärischen Dienstleistung 1940 zur deutschen Kriegsmarine, nun als Korvettenkapitän (V) wieder einberufen wurde.
Zur Schaustellungen gelangen neben der Schale der Wehrpass des Beschenkten eine Portraitaufnahme und eine Gruppenaufnahme wohl mit den Angehörigen der Offiziersmesse des Marinebefehlshabers in den Niederlanden.
KA / NLS B/2257
Bernhard Wenning
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