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Venetianische Karten des 16. Jahrhunderts von Cristoforo Sorte

Archivale des Monats Mai 2019

Karte Friaul
Archivale des Monats

Karte von Friaul: “Io Cristoforo Sorte Primo Perito ordinario dil clarmo. magistrato di beni inculti dil Sermo. Du. D. di Venetia, di Venetia il di 15 Novenbrio 1590 ho fatto il presente dissegno dilla Patria dil Friuli….” (Kolorierte Zeichnung auf Leinen in acht Sektionen)

Cristoforo Sorte, ausgebildeter Maler, Architekt und der Topograph der Serenissima Reppublica di San Marco, der „Allerdurchlauchtigsten Republik des Heiligen Markus“, wurde um 1510 im italienischen Verona geboren.

Sorte war der Republik Venedig unterstellt und betätigte sich nicht nur künstlerisch, sondern auch bei Grenzstreitigkeiten oder an der Regulierung des Wasserverbrauches.

In Verona wirkte Sorte auch als Kartograph für Lokalpotentaten und private Auftraggeber.

Er war unter anderem bei der Restaurierung des Dogenpalastes 1578 und 1587/88 am Bau der Rialto-Brücke beteiligt.

Sein wichtigstes kartographisches Werk war die Herausgabe eines Kartenkonvolutes von venetianischen Festlandgebieten, die für den Dogenpalast in Venedig am Ende des 16. Jahrhunderts angefertigt wurden. Die Geschichte dieses Projekts begann im Jahre 1578, als Cristoforo Sorte beauftragt wurde, eine große Karte vom italienischen Festland für den Sala del Senato anzufertigen. Diese sollte im Herzogspalast ausgestellt werden.

Das vorliegende Blatt von Friaul wurde um 1590 vollendet und bildete das erste einer Serie von Abbildungen des venetianischen Territoriums. 1591 folgte die kartographische Verzeichnung der Gebiete von Vicenza und Verona, 1594 jene von Padua und Treviso. 1594 musste er seinen Dienst bei der Serenissima aus gesundheitlichen Gründen quittieren und starb vermutlich noch im selben Jahr.

Die besprochene Karte von Friaul ist eine der wichtigsten von Cristoforo Sorte gezeichneten, jedoch haben nur wenige Werke dieses Malers bis in das heutige Zeitalter überlebt.

Sein Stil ist vor allem dadurch charakterisiert, dass er versuchte die Natur in den Vordergrund zu stellen und ihre Farben in seinen Werken zum Ausdruck zu bringen.

Sortes Werke und Karten zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der Renaissance, in diesen kommen vor allem Wasserfarben und andere traditionelle Formen, die im 16. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielten, zum Ausdruck. Diese Merkmale spiegeln sich auch in der Karte von Friaul.

Lisa-Theresa Schatzer

Signatur: KA/KS, B VII a 167

Literatur:

  • Giunta, Stephen: Between memory and desire the renaissance vision of Cristoforo Sorte. Mc Gill University, Montreal 1996 (Masterarbeit in Architektur)
  • Schulz, Jürgen: New Maps and Landscape Drawings by Cristoforo Sorte. Universität Heidelberg 1976 (Veröffentlicht In: Mitteilungen des Kunsthistorischen Institutes in Florenz)  
  • Unter Österreichs Fahnen. Katalog zur Ausstellung „200 Jahre Kriegsarchiv“. Militärhistorische Kostbarkeiten aus sechs Jahrhunderten. Wien 2001