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Digitale Langzeitarchivierung im Österreichischen Staatsarchiv

Die Republik Österreich ist in der Entwicklung der elektronisch unterstützten Verwaltung (E-Government) führend in der Europäischen Gemeinschaft. Dies wurde besonders durch die flächendeckende Einführung der elektronischen Aktenbearbeitung für Bundesdienststellen mit Anfang 2004 nochmals unterstrichen. Mit der Inbetriebnahme des ELAK im Bund (EiB) wurde die Notwendigkeit erkannt, auch für die langfristige Archivierung dieses elektronischen Aktenmaterials zu sorgen. Die Verantwortung für die Umsetzung der digitalen Archivierung obliegt gemäß Bundesarchivgesetz dem Österreichischen Staatsarchiv.

Seit 2007 wurde nunmehr an der Projektierung, Entwicklung und Inbetriebnahme des "Digitalen Archiv Österreichs" (digLA) gearbeitet. Einer mehrjährigen Planungsphase, im Zuge derer in – teilweise österreichweiten – Arbeitsgruppen (zum Beispiel BLSG) die Grundlagen für die digitale Archivierung erarbeitet wurden, folgte eine europaweite Ausschreibung, deren Ziel die Suche nach einem technischen Partner für das Österreichische Staatsarchiv war. Nach einer arbeitsintensiven Umsetzungsphase 2010/2011 befindet sich das Digitale Archiv nunmehr im Echtbetrieb. Erste Datenübernahmen aus dem Produktivsystem des ELAK im Bund sind jedoch erst mit 2013/2014 zu erwarten.

Die notwendigen Prozesse, digitales Archivgut langfristig ("auf ewige Zeiten") zugreifbar, lesbar und reproduzierbar zu erhalten, sind gemäß dem auf internationaler Basis entstandenen OAIS-Referenzmodell (ISO 14721:2003) umgesetzt worden. Der Content der elektronischen Akten wird vor Übernahme in das digLA – soweit derzeit technisch möglich – in PDF/A konvertiert und anschließend gemeinsam mit den Originaldokumeten sowie den vorhandenen Prozess- und Metadaten mittels dem XLM-Schema "EDIAKT-II" in das Archiv übergeführt.

Die langfristige Erhaltung der Daten wird im Rahmen des festgelegten Massnahmenkatalogs des Preservation Plannings sichergestellt, der alle Komponenten des digLA überwacht und im Anlassfall die Anpassung an den aktuellen Stand der Technik auslöst. Mit der Verfügbarkeit neuer technischer Komponenten im Bereich von Hardware und Software sind laufende Migrationen des digitalen Archivbestandes und der Metadaten verbunden.

Der Zugriff auf alle im digLA abgelegten Archivalien – welche nicht mehr der gesetzlichen Schutzfrist (Archivsperre) unterliegen – ist durch einen angeschlossenen Webshop möglich. Ebenso wird die Suche nach Archivgut durch ein bereits im Einsatz befindliches Archivinformationssystem (AIS) unterstützt.

Die für das digLA eingesetzte Software ist grundsätzlich mandantenfähig gestaltet, sodass die Leistungen des "Digitalen Archivs Österreich" insbesonders der öffentlichen Verwaltung aber auch anderen interessierten Organisationen, welche Bedarf an der Aufbewahrung und Sicherung von digitalen Daten auf "ewig" haben, zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Errichtung des digLA erfolgte unter Einhaltung der maximalen Sicherheitsstandards im Hochsicherheits-Rechenzentrum der Firma Siemens/Atos sowie dem zentralen Backup-Standort der Republik Österreich in St. Johann im Pongau. Die systemadministrative und archivfachliche Betreuung leisten die Mitarbeiter des Österreichischen Staatsarchivs sowie die IT-Abteilungen von Atos und BKA. Die operative Betriebsführung inklusive Anwenderbetreuung (Hotline) obliegt dem Bundesrechenzentrum im Auftrag von Atos.

Für weitere Informationen zum Thema Digitale Archivierung steht Ihnen das Team des Österreichischen Staatsarchivs gerne zur Verfügung:

Telefonkontakte des Archivs der Republik
Name Durchwahl
Übernahme und Bewertung digitaler Akten Mag. Susanne Fröhlich 288
Referat: digitales Archiv – Leitung Mag. Jonas Kerschner 256
Referat: digitales Archiv Mag. Dr. Berthold Konrath 255

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