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Virtuelle Ausstellungen des Österreichischen Staatsarchivs

Was Österreich bedeutet – 99 Dokumente, Briefe und Urkunden

Diese virtuelle Ausstellung zieht einen Längsschnitt zur Geschichte jenes als Österreich bezeichneten europäischen Großraumes, von dessen Anfängen bis zur Gegenwart. Anhand von 99 signifikanten Dokumenten wird der Ausbildung einer historisch gewachsenen Konstellation nachgegangen, die das genuin Österreichische in seinen unterschiedlichen Facetten repräsentiert.

Die ausgewählten Quellen und Artefakte sind dabei als Eckpunkte einer Inventarisierung des historischen Erbes zu werten, die aus sich heraus den Kern des Österreichischen/ Kakanischen/ Republikanischen zu verkörpern und als solches in ihrer Abfolge eine dichte Beschreibung von Geschichte und Habitus des zentraleuropäischen Raums zu liefern vermögen. Es stehen demnach ausschließlich Dokumente, Urkunden und Briefe zur Debatte, die als designierte Texte im Sinne Adornos gelten können. Als Zeugnisse machen sie Entwicklungsprozesse evident, lassen gleichzeitig aber auch Raum für Interpretation und Widerspruch. Sie dokumentieren Herrschaftskonstellationen, Gebietszuwächse und -verluste, weisen Innovationspotenziale und Kräfte der Beharrung nach, zeigen die Verfestigung von Rechtssicherheit genauso auf wie sie dramatischen Rechts- und Zivilisationsbruch belegen.

Buchcover Österreich. 99 Dokumente

Das, was Österreich bedeutet, benötigt daher eine entsprechend weite zeitliche wie thematische Rahmung: beginnend mit herausragenden babenbergischen Urkunden bis hin zu aktuellen Migrationsfragen.

Die virtuelle Ausstellung liegt auch in Buchform vor:
Maderthaner Wolfgang (Hg.): Österreich. 99 Dokumente, Briefe, Urkunden. Wien 2018

1914-2014: 100 Jahre Erster Weltkrieg

Karikatur Unica difesa di Cecco Beppe

Das Österreichische Staatsarchiv macht in einer virtuellen Ausstellung rund 5.000 digitalisierte Archivalien über den Ersten Weltkrieg zugänglich. Diese sind in 23 Themengruppen geordnet und umfassen welthistorisch bedeutsame Dokumente wie etwa die Kriegserklärung an Serbien, die Prozessprotokolle gegen die Sarajewo-Attentäter, Akten und Dokumente zur operativen Kriegsführung und Kriegspropaganda oder das Protokoll der Waffenstillstandsverhandlungen in der Villa Giusti.

Historisch bedeutsame Dokumente erstmals digital zugänglich

Zentrale Quellen zu den sozialen wie politischen Verhältnissen im Hinterland sind ebenso präsent wie Dokumentationen zu Revolten, politischen Protesten und Massenstreiks in der kriegswichtigen Rüstungsproduktion. Sie werden den wichtigsten diplomatischen Akten (Mobilisierungsbefehl, Kriegserklärungen, Proklamation des Heiligen Krieges etc.) gleichsam gegenübergestellt. Das fotografische Material ist zum größten Teil den ca. 300.000 Stück umfassenden Beständen der Fronten-, Nachlass- und Albensammlung des Kriegsarchivs entnommen, darunter herausragende Meisterwerke der frühen Lichtbildkunst und der Kriegsreportage (vgl. Wolfgang Maderthaner/Michael Hochedlinger, Untergang einer Welt. Der Große Krieg 1914-1918 in Photographien und Texten, Wien 2013).

Schließlich werden – über volle vier Jahre, exakt an den jeweils korrespondierenden Tagen – die Tagebucheintragungen des literarisch tätigen Generals Karl Schneller jenen Lageberichten gegenübergestellt, die täglich vom Armeeoberkommando für den Kaiser und Obersten Kriegsherren erstellt wurden. Der vielseitig begabte k.u.k. Generalstabsoffizier Karl Schneller (1878-1942) war während der Jahre 1914-1917 eine der zentralen Persönlichkeiten des österreichisch-ungarischen Armeeoberkommandos (AOK). Als Mitglied der Operationsabteilung leitete er das Pressewesen des AOK und wurde als Berichterstatter an die Front entsandt. Das mit Insiderwissen prall gefüllte persönliche Tagebuch steht an Bedeutung gewiss keinem anderen "Ego-Dokument" des Großen Krieges nach.