100 Jahre Archivabkommen: Ausstellung im Staatsarchiv
Am 28. Mai 1926 erfolgte die Unterzeichnung des Badener Archivabkommens zwischen Österreich und Ungarn. Genau 100 Jahre später, am 28. Mai 2026, fand im Österreichischen Staatsarchiv die Eröffnung einer Ausstellung statt, die diesem bedeutenden Meilenstein der österreichisch-ungarischen Zusammenarbeit gewidmet ist. Gestaltet wurde sie von der Ungarischen Archivdelegation in Wien in enger Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Nationalarchiv, dem Ungarischen Militärhistorischen Archiv, dem Collegium Hungaricum Wien und dem Österreichischen Staatsarchiv. Die Roll-up-Ausstellung ist noch bis zum 9. Juni im Foyer des Österreichischen Staatsarchivs zu sehen.
Das Badener Abkommen regelt die Verwaltung, Erschließung und wissenschaftliche Nutzung der amtlichen Unterlagen der ehemaligen Habsburgermonarchie aus den Jahren 1526 bis 1918. Es bildet die Grundlage für eine einzigartige Form grenzüberschreitender Kooperation: Die Bestände der gemeinsamen Zentralbehörden verblieben nach dem Zerfall der Monarchie in Wien und werden von Österreich und Ungarn als gemeinsames kulturelles Erbe verstanden und betreut. Die Tätigkeit der Ungarischen Archivdelegation im Österreichischen Staatsarchiv ist bis heute sichtbarer Ausdruck dieser besonderen Partnerschaft.
Generaldirektor Helmut Wohnout eröffnete die Ausstellung und begrüßte die Botschafterin der Republik Ungarn in Österreich, Edit Szilágyiné Bátorfi, sowie den Generaldirektor des Ungarischen Nationalarchivs, Csaba Szabó, den Direktor des Ungarischen Militgeschichtlichen Instituts und Museums, Oberst Roland Maruzs, den Direktor des Ungarischen Militärgeschichtlichen Archivs, Norbert Számvéber sowie den Direktor des Collegium Hungaricum, Márton Méhes. Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte András Oross, langjähriger ungarischer Archivdelegierter in Wien und heutiger Direktor des Komitatsarchivs Győr-Moson-Sopron. Er beleuchtete die Entstehungsgeschichte des Badener Abkommens aus persönlicher Perspektive und würdigte dessen bis heute ungebrochene Bedeutung für die Zusammenarbeit beider Staaten im Archivwesen.
Hochrangiger Ministerbesuch im Staatsarchiv
Wie aktuell und lebendig diese Zusammenarbeit auch ein Jahrhundert nach Abschluss des Abkommens ist, zeigte sich erst vor wenigen Tagen bei einem hochrangigen Besuch ungarischer Regierungsvertreter im Österreichischen Staatsarchiv. Generaldirektor Wohnout hob dabei die Bedeutung des Badener Abkommens als Beispiel für einen erfolgreichen, von gegenseitigem Vertrauen getragenen Umgang mit dem gemeinsamen historischen Erbe hervor.