100 Jahre Badener Archivabkommen: Feierlichkeiten in Wien und Budapest

Rund um das 100-jährige Bestehen des Badener Archivabkommens fanden gleich mehrere Veranstaltungen statt. Ein Höhepunkt war das mittlerweile traditionelle Archivpicknick in Budapest am Internationalen Archivtag.
Rund um das 100-jährige Bestehen des Badener Archivabkommens fanden gleich mehrere Veranstaltungen statt, unter anderem das traditionelle Archivpicknick in Budapest sowie ein Empfang in der Ungarischen Botschaft in Wien. 

Ein Jubiläum kommt selten allein: Rund um das 100-jährige Bestehen des Badener Archivabkommens fanden gleich mehrere Veranstaltungen statt. Wie bereits berichtet, besuchten ungarische Regierungsvertreter das Österreichische Staatsarchiv. Bei diesem Besuch wurde die Bedeutung des Abkommens für die österreichisch-ungarische Zusammenarbeit im Archivwesen betont. Wenige Tage später – genau 100 Jahre nach der Unterzeichnung am 28. Mai 1926 – wurde im Österreichischen Staatsarchiv eine Jubiläumsausstellung eröffnet.

Ein weiterer Höhepunkt war das mittlerweile traditionelle Archivpicknick in Budapest am Internationalen Archivtag. Vertreterinnen und Vertreter des Archivwesens kamen zusammen, um die Leistungen und die Bedeutung der Archive zu präsentieren und den fachlichen Austausch zu pflegen. Generaldirektor Helmut Wohnout wurde seitens des Budapester Stadtarchivs bzw. seines Direktors, István Kenyeres, eingeladen, heuer die Eröffnung vorzunehmen. Begleitet wurde er von Harald Fiedler (Kriegsarchiv) und Oliver Jakovljevic (Haus-, Hof- und Staatsarchiv). Das Jubiläum „100 Jahre Badener Archivabkommen“ bildete dabei einen zentralen Programmpunkt und verdeutlichte, wie erfolgreich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Archivwesen auf den verschiedensten Ebenen funktioniert. Natürlich war dementsprechend auch die im Staatsarchiv untergebrachte und von Krisztina Arany geleitete Ungarische Archivdelegation in Budapest anwesend, der neben Arany auch Gábor Kiss und Attila Süli angehören.

Einen Festakt gab es auch in der Ungarischen Botschaft in Wien auf Einladung der ungarischen Botschafterin in Österreich, Szilágyiné Bátorfi. In seiner Ansprache unterstrich Generaldirektor Wohnout, dass im Badener Archivabkommen ein nachbarschaftlicher Geist der Zusammenarbeit und der Wille zur Verständigung zum Ausdruck kommen. Beide Länder einigten sich darin auf die Anerkennung des gemeinsamen geistigen Eigentums an den gemeinsamen Archivbeständen. Wohnout bezeichnete das Badener Archivabkommen als einen frühen Modellfall für die bilaterale Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Kultur und Wissenschaft. Die damals begründete, wissenschaftlich überaus fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit ist bis heute ein Best-Practice-Modell für das wissenschaftliche Miteinander in Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts.

Nach den Festreden wurde die bereits im ÖStA gezeigte Roll-up-Ausstellung „100 Jahre Badener Archivabkommen“ präsentiert. Das Badener Archivabkommen von 1926 regelt bis heute die gemeinsame Betreuung bedeutender Bestände der ehemaligen Monarchie und ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie nachhaltige internationale Zusammenarbeit über ein ganzes Jahrhundert hinweg gelingen kann.